Mehr Hausarrest für Suu Kyi

Die internationale Gemeinschaft beschwert sich lauthals über die völlig unerwartete Verlängerung des Hausarrestes für die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. In Birma werden anscheinend Menschenrechte verletzt. Wer hätte das gedacht?

Der Streit um den Strom

Pünktlich zum Wahlkampf und angefacht durch die Gebetsmühlen-Hiobsbotschaften aus Asse und Gorleben, flammt das Elektrizitäts-Problem wieder – buchstäblich strahlend – auf.

Ralf  Stegner, Landesvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, wettert wahlkampftaktisch mit seinem Kollegen von den Grünen, Robert Habeck, gegen die Atomenergie. Neben dem Atomausstieg als Job-Motor sind schlechter Wirkungsgrad, begrenzter Urannachschub und fehlende Endlager die Argumente der Stunde gegen die strahlende Energie. Außerdem hat ja Vattenfall kürzlich mit Mülheim-Kärlich wiederholt bewiesen, dass auch in Deutschland betriebene Kernkraftwerke nicht sicher sein müssen.

Christian von Boetticher, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Schleswig-Holstein, kommt dagegen mit ganz anderen Wahlkampf-Vorschlägen: Solange die erneuerbaren Energien noch nicht großflächig Einsatzfähig seien, solle man, statt neue konventionelle und massiv CO2 produzierende Kraftwerke zu bauen, lieber auf die bestehende Infrastruktur als Übergangslösung zurückgreifen. Ihm schwebt eine qualifizierte Verlängerung der Laufzeiten vor, so dass Kernkraftwerken mit höherem Sicherheitsstandard länger am Netz bleiben dürfen. Eine Abgabe der Betreiber soll dann alternative Technologien, wie etwa den geplanten Solarpark in Nordafrika, fördern.

Ein Hü und ein Hot. Atommüll gegen CO2 Emissionen. Störfallrisiko gegen Klimakatastrophe. Aber schauen wir uns doch mal die Fakten an und werfen dafür mal einen Blick auf die Statistik.

stromerzeugung-deutschland

Ziemlich ernüchternd. Zwar beläuft sich der Energieverbrauch bei erneuerbaren Energien hierzulande auf nahezu 10%, aber davon produzieren wir gerade mal die Hälfte selbst. Angesichts dieser Zahlen rückt ein mittelfristiger Umstieg auf Ökostrom in weite Ferne.

Aber was passiert denn eigentlich wenn wir endlich unsere verbleibenden 17 Reaktorblöcke abschalten? Nun ja. Wir sind dann wohl gezwungen den fehlenden Strom einzukaufen, so wir nicht im Dunklen stehen wollen. Am besten beziehen wir unsere Energielücke dann aus Frankreich, das mit seinen knapp 60 AKWs sicher nicht an einen Atomausstieg denkt.

Friss oder stirb, Musikkonsument

Das Leben findet einen Weg“, argumentiert Ian Malcolm in Jurassic Park. Eine Weisheit die nicht nur auf die Fortpflanzung von Dinosauriern zutrifft. Wenn Menschen ein System aufgezwungen wird, dass von den meisten nicht akzeptiert wird, finden die einen oder anderen eine Möglichkeit dieses zu umgehen. Ein Hinweis darauf, dass ein solches System zum aussterben verurteilt ist.

Raubkopieren ist nicht etwa ein Volkssport, der Tausende Bürger zu potentiellen Kriminellen macht, sondern viel eher ein unübersehbares Zeichen für die Tatsache, dass das traditionelle Urheberrecht heute nicht mehr funktioniert. Man könnte das lemmingartige, gesetzwidrige Verhalten der Bürger als Protests verstehen, gegen das starre und antike Konzept der Musikindustrie Kunst zu vermarkten. Mittlerweise ist dieser „Protest“ so gut organisiert, dass es sogar einfacher ist sich ein Musikalbum illegal zu beziehen, als es legal zu kaufen.

Oft gefällt mir ein Song eines Künstlers besonders gut. Natürlich könnte ich mir diesen nun für ein oder zwei Euros bei iTunes, Musicload oder Konsorten kaufen, doch vielleicht möchte ich mir auch einmal das ganze Album anhören. Dann ist man schnell bei 15 Euro für einmal hören.  Eine CD könnte ich nun bei E-Bay weiterverkaufen, aber ein paar MP3-Dateien versteigern? Da wird man doch ausgelacht oder als potentieller Raubkopierer für 5 Jahre in den Knast gesteckt.

Danny O’Brien, ehemaliger Technologie-Journalist für die Sunday Times, schlägt eine Variante der Kulturflatrate vor, die nicht nur das Problem mit den Raubkopien lösen könnte, sondern auch für eine gerechte Verteilung der Einnahmen an die Künstler sorgen und das Verteilen der Musik auf eine technisch aktuelle Stufe heben würde.

Dieses Konzept einer Kulturflatrate mag vielleicht etwas zu einfach klingen und sicher gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung. Aber was wäre denn die Alternative? So weitermachen wie bisher? Verhältnismäßig viele Internet-Nutzer ziehen sich ihre Musik weiterhin illegal und ein paar arme Schweine werden dabei erwischt und zu horrenden Geldstrafen verurteilt, während die Musikindustrie uns weiterhin mit angeblichen Milliardenverlusten die Ohren vollheult? Das Nachsehen haben am Ende jene, denen das Raubkopieren die Existenz kostete und die Künstler, deren CDs niemand mehr kaufen möchte.

Es steht außer Frage, dass ein neues, der heutigen Zeit angemessenes System her muss. Fragt sich nur wann Politik und Musikindustrie das begreifen.

Weiterhin kein Mittel gegen Skimming

Die Polizei warnt vor der neuen Generation des Skimmings (Abschöpfens), mit dem organisierte Verbrecherbanden EC-Karten an Geldautomaten ausspähen. Dabei wurde auch eine Empfehlung gegeben:

Schon vor Einschieben der Geldkarte sollten beliebige Zahlenkolonnen eingetippt und dabei auch mehrfach die Bestätigungstaste gedrückt werden. Nach der tatsächlichen Transaktion und Kartenausgabe sollte diese Prozedur wiederholt werden, um den Tätern das Auffinden der richtigen Geheimzahl zu erschweren.

Wer auch nur ein wenig Ahnung von technischen Zusammenhängen hat wird angesichts dieser Empfehlung mit dem Kopf schütteln. Natürlich registriert die von den Tätern angebrachte Manipulation das Einschieben der Karte (sonst könnte sie nicht kopiert werden) und ignoriert selbstverständlich alle vorher und nachher getätigten Tastatureingaben. Bei solchen Empfehlungen wird langsam klar, warum bislang kein wirksames Mittel gegen diese Verbrechen etabliert wurde.

Meine Empfehlung wäre: Schafft endlich diese antiken EC-Karten ab und ersetzt sie durch eine halbwegs sicheres Zahlungsmittel.



Piratenpartei